VERTEX

2016 | VERTEX | Installation | Lichtkunstfestival Aufstiege | Herrenberg

576 Megapixel eines digitalen Bildes kann das menschliche Auge erfassen, besagen einige der zahlreichen Berechnungen zur visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Diesen Wert nehmen die Künstlerinnen Katharina Heubner, Martina Kändler und Susan Helen Miller als Referenzgröße für ihre Arbeit »Vertex«. Sie transformieren die vom Weg vor der historischen Stadtmauer aus sichtbaren Lichtpunkten der Stadt Herrenberg fragmentarisch in eine Struktur 576 analoger Pixel. Diese werden in Form selbstleuchtender Pflastersteine entlang der Pfade zur Schlossruine gesetzt. Das Sonnenlicht lädt die Steine tagsüber auf, sodass sie das gespeicherte Licht in der Dunkelheit wieder abgeben können. In ihrer Anordnung spiegeln die Steine die städtischen Lichtpunkte.

Das Prinzip des digitalen Bildes, die Addition einzelner Bildpunkte, wird in der Arbeit »Vertex« zum Strukturprinzip der skulpturalen Anordnung. Indem die 576 Bildpixel in der Ebene der Wege ausgebreitet werden, wird der abgebildete städtische Kontext nur noch als loses Gefüge erfassbar. Eingelassen in den Boden werden die 576 Bildpunkte begehbar, die sonst nur im Reich des Digitalen existieren. So überführt »Vertex« die Lichter des Panoramas der Stadt Herrenberg in eine abstrakte Struktur, die dank ihrer fluoreszierenden Materialität in der Nacht sinnlich erfahrbar wird.

In Zusammenarbeit mit Katharina Heubner und Martina Kändler
Fotos von Fotodesign Rolf Schwarz